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Geothermiebranche mahnt bessere Rahmenbedingungen an

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Essen - In Nordrhein-Westfalen könnte rund die Hälfte der benötigten Raumwärme aus der Erde gewonnen werden. Bislang sei es weniger als ein Prozent, sagte Christoph Dammermann, Staatssekretär im nordrhein-westfälischen Wirtschafts- und Digitalministerium, bei der Eröffnung des Geothermiekongresses in Essen. Für die Planung und Umsetzung eines Geothermievorhabens seien fünf bis sieben Jahre nötig, sagte Erwin Knapek, Präsident des Bundesverbandes Geothermie. In der Vergangenheit habe das EEG in dieser Zeitspanne bereits vier Novellen über sich ergehen lassen müssen. Von Investitions- und Planungssicherheit habe hier deshalb kaum die Rede sein können, kritisiert Knapek. Erschwerend hinzu komme der geringe Wissensstand in der Bevölkerung über die Vorteile der Geothermie. Bekannt würden vor allem die negativen Einzelfälle, was unfair sei. "Wenn es infolge von Geothermie einen Putzriss gibt, dann sind die Zeitungen wochenlang voll damit."

"Erdwärme statt Kohle"

Die oberflächennahe Geothermie laufe bereits ganz gut, so Knapek weiter. Wenn nun auch die großen Tiefengeothermieprojekte anlaufen, dann werde die Industrie weiter an diesem Standort festhalten und die Bohrunternehmen nach Deutschland zurückbringen. Als eine Entscheidung mit positiver Signalwirkung, ordnete Knapek dagegen die Aufhebung des sogenannten Bohrerlasses im Oktober ein: Das bringe mehr Investitionssicherheit und unterstreiche das Vertrauen der schwarz-gelben Landesregierung in das Potenzial der Geothermiebranche, sagt er auf energate-Anfrage. Der "Entfesselungspaket III" hatte verfügt, dass in Nordrhein-Westfalen wieder die Untersuchung, Erkundung und Erschließung der nutzbare Erdwärmepotenziale in größeren Tiefen möglich ist.

NRW ist Geothermie-Land

Angesichts der anhaltenden Diskussion über den Kohleausstieg brachte Knapek erneut die Erdwärme als eine klimafreundliche Alternative zur Wärmeerzeugung ins Gespräch. "Nordrhein-Westfalen ist ein Geothermieland." Das hydrothermale Reservoir, das hier vorhanden sei, sei so gut wie das in Oberbayern. Hier könne man von einer nordwest-europäischen Platte sprechen, die enormes Erdwärmepotenzial berge. Sowohl in Belgien und in den Niederlanden seien bereits Probebohrungen erfolgreich angelaufen, erläuterte Knapek. Die geologischen Karten mit diesen Vorkommen in Deutschland decken sich an vielen Stellen mit den Kohlerevieren. Setze man hier Erdwärmeprojekte durch, dann "entstehen dort dermaßen viele Arbeitsplätze, die 20.000 gefährdeten Arbeitsplätze der Kohleindustrie leicht ersetzen könnten". Auch in Niedersachsen habe Knapek als Verbandspräsident positive Signale von der Landesregierung erhalten. Denn auch dort seien etwa 12 Geothermievorhaben in der Projektpipeline.


Quelle: Newsletter energate | immo

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