Blog

Der Umweltzerstörende Wintertourismus und seine Folgen


von annavhpl

In den Wintermonaten reisen Millionen von Menschen zum Ski, Snowboard oder Schlittenfahren in die Berge.


adobestock-291454623.jpeg

Das bedeutet für die Alpenregionen: Mehr Pistenkilometer, mehr Touristen, mehr Geld.

Für viele  Orte in den Alpen ist der Wintertourismus einer der wichtigsten Wirtschaftsfaktoren. Das Land Tirol hat die höchste Skigebietsdichte der Welt, in Zahlen gesprochen lautet das 3.400 Kilometer Piste und 1.000 Liftanlagen. Das ist eine Strecke soweit wie von Innsbruck nach Grönland.

70% der Pistenflächen in Österreich werden davon mit Schneekanonen künstlich beschneit. Diesen immensen Wasserverbrauch decken die 420 Speicherseen ab. Dabei verbrauchen die Schneemaschinen so viel Strom wie 100.000 Single-Haushalte pro Jahr. Die Folge ist die Beeinträchtigung der Lebensräume von Pflanzen und Tieren.

 

Das einzigartige Ökosystem Alpen  

Die Natur der Alpenregion ist einzigartig und vielfältig, darunter eine besonders große Vielfalt an Tier- und Pflanzenarten und Lebensräumen. Insgesamt sind es etwa 13.000 Pflanzenarten unter anderem die seltenen Arten wie Edelweiß, Alpenrose oder Enzian. Besonders an den Alpenpflanzen ist ihre Anpassungsfähigkeit an Kälte, Wind, Schnee, steinige und nährstoffarme Böden, kurze Vegetationsperioden und intensive Sonnenbestrahlung. Zudem ist die Alpenfauna auch richtig vielfältig mit etwa 30.000 Tierarten wie zum Beispiel die bayrische Feldmaus und der Alpenfeldmaus die allein in den Alpen vorkommen. Bekannte typische Alpentiere sind Luchs, Gams, Königsadler, Schneehase oder auch das Alpenmurmeltier.

 

Die Folgen für Natur und Umwelt  

Zum einen beeinträchtigt der Skitourismus das Ökosystem Alpen in der heutigen Form und zum anderen führt der Klimawandel dazu, dass Gebiete der Alpen in geringeren Höhen nicht mehr schneesicher sind.

Viele populäre Skiorte sind vom Erscheinungsbild gleich aufgebaut von Hotels, Ferienwohnungen, Pensionen bis über zu den Liften, Loipen und Parkplätzen.

Die für die Skipisten beanspruchten Flächen für die Infrastruktur, darunter Liftanlagen, Parkplätze und die Pisten nehmen den natürlichen Lebensraum vieler Tiere und Pflanzen in Beschlag. Der ständige Neu- und Ausbau trägt die Zerstörung von Gebirgslandschaften, welcher der Lebensraum von vom Aussterben bedrohten Tieren und Pflanzen ist, mit sich.   

Die Waldrodungen für den Bau neuer Skipisten, die die Planierung der Böden mit sich trägt ist auf lange Zeit gesehen der schwerwiegendste und sichtbarste Eingriff in die Landschaft und Natur der Bergebiete. Das Planieren der Böden zerstört die natürliche Pflanzendecke auf die Insekten angewiesen sind und lässt Arten wie beispielsweise Blattkäfer und Schmetterlinge verschwinden. Das Ziel der Abtragung des Bodens ist, dass dieser verdichtet wird, sodass weniger Wasser versickern kann. Das trägt zur Folge, dass die Erosionsgefahr steigt und die Gefahr von Geröll- und Schlammlawinen bei Schneeschmelze und Starkregen.  

Ein weiteres Umweltproblem stellt die An- und Abreise der vielen Urlaubsgäste dar. Die Urlaubreisen in die Alpen werden zu 84 Prozent im Sommer und Winter mit dem eigenen Auto unternommen. Pro Jahr sind es etwa 120 Millionen Gäste das bedeutet ein hohes Verkehrsaufkommen verbunden mit entsprechenden Belastungen aufgrund Lärm-, Schadstoff-, und Treibhausgasemissionen sowie dem entsprechenden Bedarf für die Verkehrsinfrastruktur.

 

Nachhaltigerer und umweltfreundlicherer Wintertourismus  

Die Natur des Alpenraums muss geschützt werden, diese Erkenntnis setzt sich bereits in vielen Urlaubsregionen durch. In fünf Alpenländer haben sich 23 Urlaubsorte zu einem Netzwerk Alpine Pearls zusammengeschlossen, um so schon seit mehr als 10 Jahren die sanfte Mobilität in den Regionen zu fördern.

Das Netzwerk bietet an einen Urlaub ohne eigenes Auto bei voller Mobilitätsgarantie vor Ort zu gewährleisten. Dies beginnt bereits bei der autofreien Anreise mit Bahn oder Bus.

Vor Ort wird dann ein breitgefächertes Angebot an umweltfreundlicher Mobilität zu Verfügung gestellt, wie beispielsweise: Shuttledienste, Ski- und Wanderbusse, Elektro-Autos, Taxis, E-Bikes und Fahrräder. Die Gäste-, und Mobilitäts-Cards offerieren zudem die sanfte, mobile Bewegungsfreiheit der kostenlosen Nutzung des öffentlichen Nahverkehrs.

 

Wie ist eure Meinung zu diesem Thema? Seid ihr eher die Sommer-/ oder Wintertouristen oder beides? Hinterlasst doch gerne hierzu einen Kommentar.

0 Kommentare