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Ist Palmöl wirklich schlecht?


von Anna-Maria

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Was ist Palmöl?

Palmöl wird aus dem Fruchtfleisch der Ölpalme gewonnen. Die Fruchtbündel der Ölpalme bestehen aus ca. 1000 eierförmigen ölhaltigen Früchten, die drei bis fünf Zentimeter lang sind. Das Fruchtfleisch hat etwa 45 bis 50 Prozent Ölgehalt. Jede Pflanze trägt  5 bis 15 Fruchtbündel pro Jahr über das ganze Jahr verteilt. 

Ölpalmen sind Tropenpflanzen und brauchen warme Temperaturen, viel Niederschlag und nährstoffreiche Böden. Ursprünglich stammen sie aus Westafrika aber heute sind sie vorherrschend in Südostasien zu finden.

Die Herstellung des Öls ist besonders günstig und die Verarbeitung sehr leicht, wodurch es in der Industrie besonders begehrt ist. Im Vergleich zu anderen Ölpflanzen ist sie extrem ertragreich und daher eigentlich sparsam im Flächenverbrauch. Dadurch ist weltweit die Nachfrage nach Palmöl in den letzten Jahren enorm gestiegen.

Das aus Fruchtfleisch (Palmöl) und Kernen (Palmkernöl) gewonnene Fett hat zudem einen hohen Schmelzpunkt. Das Fett ist also bei Zimmertemperatur fest und hitzebeständig. Zudem ist Palmöl geschmacksneutral und durch einen hohen Anteil an Vitamin E und Antioxidantien lange haltbar. Die einzigartige Zusammensetzung des Fettes macht es außerdem möglich, dass auch andere Flüssigöle in eine stabile und cremige Form eingebunden werden.

Worin ist Palmöl enthalten?

Palmöl steckt inzwischen in jedem zweiten Supermarktprodukt. Es wird hauptsächlich in vielen Fertigprodukten verwendet, aber auch in Lebensmitteln wie Magarine, Nusscremes und Süßigkeiten. Neben unserer Nahrung finden wir Palmöl auch in Kosmetika, Reinigungsmitteln, Kerzen, Laken und vor allem Biodiesel. Letzteres macht, was viele nicht wissen, fast die Hälfte des Palmölverbrauchs in Deutschland aus.

Wie erkenne ich ob Palmöl in meinem Produkt enthalten ist?

Palmöl in Lebensmitteln ist gekennzeichnet durch: Palmöl, Palmfett, Palmkernöl, pflanzliches Fett, Pflanzliches Öl, vegetabiles Fett.

Palmöl und Palmölspuren in Kosmetik ist gekennzeichnet durch: Cetearyl, Cetyl, Lauryl, Lauroyl, Laurate, Palm, Palmate, Palmitate, Stearyl, Stearate.

Welche Umweltschäden ergeben sich durch Palmöl?

Weltweit erstrecken sich die Palmölplantagen auf über 20 Millionen Hektar Land. Da die Ölpalmen wie bereits beschrieben warme Temperaturen, viel Niederschlag und nährstoffreiche Böden benötigen, wird für die Plantagen der Regenwald gerodet, was zahlreiche Folgen nach sich zieht.

  • Wichtige Kohlenstoffspeicher werden zerstört
  • Orang Utans und Tiger werden aus ihrem Lebensraum verdrängt
  • Vertreibungen und illegale Räumungen in Urwaldgebieten sind keine Seltenheit
  • Menschenrechtsorganisationen berichten von schweren Vergiftungen durch Pestizide

Ist Palmöl gesundheitsschädlich?

Palmöl ist nicht das hochwertigste Pflanzenfett und hat einen hohen Anteil an gesättigten (ungesunden) Fettsäuren und einen niedrigen Anteil an ungesättigten Fettsäuren. Gesättigte Fettsäuren können hohe Cholesterin-Werte, Diabetes und Herzkrankheiten verursachen. Außerdem glauben Experten, dass Palmöl an der Entstehung von Krebs beteiligt sein könnte. Unterläuft das Öl einen Raffinationsprozess, wie das bei der industriellen Verarbeitung der Fall ist, gehen einerseits wertvolle Inhaltsstoffe, wie Vitamine, verloren; andererseits können bei einem Erhitzungsprozess von über 200 °C krebserregende Stoffe (3-MCPD- und Glycidol-Fettsäurereste) gebildet werden, die für den Endverbraucher bei regelmäßigem Verzehr problematisch werden könnten. Dies gilt übrigens nicht nur für Palmöl, sondern für alle pflanzlichen Öle, welche der Raffination unterliegen.

Was sollte man beachten?

Ganz von Palmöl auf anderen Ölarten umstellen sollte man aus umwelttechnischer Sicht auch nicht. Wie beschrieben ist Pamöl sehr effizient im Anbau und ein kompletter Umstieg würde zu einem noch größeren Flächenverbrauch führen, denn andere Ölpflanzen brauchen für den selben Ertrag sehr viel mehr Fläche als die Ölpalme.

Wichtig ist es also nicht Palmöl zu ersetzen sondern allgemein den Verbrauch zu reduzieren. Selbermachen mit Zutaten aus dem heimischen Anbau und bewussteres konsumieren von ohnehin nicht gesunden Süßwaren und Fertiggerichten ist somit die beste Lösung. Außerdem sollte man bestenfalls auf Bio-Produkte umsteigen und einen palmölfreien Verkehr fördern indem man auf Fahrrad und öffentliche Verkehrsmittel umsteigt.

2 Kommentare

  • annavhpl schrieb

    Interessanter Beitrag, ich habe immer nur mitbekommen wie schlecht Palmöl ist. Klar ist es nicht das beste Öl, aber es hat dennoch gute Eigenschaften die oftmals in dem Medienrummel untergehen. Das Kosmetika auch davon betroffen sind, war mir so noch gar nicht bewusst.
    Beim nächsten Einkauf achte ich mal genauer drauf was in den Produkten steckt und greife liebe zur alternative.

  • JOvali schrieb

    Wie annavhpl ging es mir auch bisher: ich wusste nur wie schlecht Palmöl sein soll. Das war wirklich interessant zu lesen, dass es auch seine guten Eigenschaften hat. Auch hier gilt: die Dosis macht das Gift. Solange Palmöl-Plantagen nicht zu exzessiv ausgebaut werden, ist es schon in Ordnung.