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Der Extremschmutz


von samanthaw
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In der Schule ist er unglaublich beliebt, aber mit Ihm entstehen auch unglaubliche Mengen Müll -  der Kaugummi. Der tägliche Genuss sollte auch ordentlich entsorgt werden.

Wer Kaugummi kaut sollte ihn auch dementsprechend entsorgen. Viele spucken ihren kleinen Kauklumpen leider auf die Straße. Was dabei entsteht ist jede Menge Müll, der mindestens 5 Jahre auf unserem Boden haust, bevor er erstmal beginnt zu verrotten. Auf die Frage ob es wirklich so lecker ist, auf Kunststoffen wie Polyisonbutylen (ein Bruchteil einer Hauptkomponenten für die Herstellung von Kunststoff) oder Polyvinylscetat (thermoplastischer Kunststoff)  zu kauen, die aus chemischer Sicht dieselbe synthetische Basis wie Autoreifen, Kunststoffflaschen oder Gummihandschuhe haben, kann man sich die Antwort selber denken. Dazu kommt, dass es eindeutig kein geringer Teil im Kaugummi ist, sondern stolze 30-50 %. Die Wirkstoffe sind an sich nicht giftig, allerdings gelangen die durch unsere Mundschleimhaut darin enthaltenden Chemikalien in unsere Körper. Dies sind so Dinge, die gerne mal von den Herstellern unter den Tisch gekehrt werden. Die Plastik-Inhaltsstoffe verstecken sie hinter dem Wort Kaumasse. Nicht nur die Inhaltsstoffe des Kaugummis sollten zum Nachdenken anregen, sondern auch die Auswirkungen auf Umwelt und Tiere. Im September 2014 wurde ein Kaugummi einem Kolibri zum  Verhängnis. Achtlos wurde ein Kaugummi ins hohe Gras entsorgt, der Kaugummi klebte an ihm und der kleine Vogel konnte nicht mehr fliegen. Glücklicherweise wurde er gefunden und ein Mann befreite ihn von der Klebemasse. Vögel sind häufig von den ausgespuckten Kaugummis betroffen. Die kleinen Piepmätze verwechseln so einen Klumpen leider oft mit Futter und sterben an Ersticken.

Am meisten Betroffen von dem Kaugummi Problem ist aber unsere Umwelt. In den meisten Städten oder größeren Orten liegen oft bis zu 90 Placken pro Quadratmeter. In Rom werden täglich bis zu 15.000 Kaugummis unaufmerksam in die Umwelt gespuckt. Klar kann man die Kaugummis speziell entfernen lassen, allerdings sind das hohe Kosten und ein hoher Aufwand. Eine Hochdruckreinigung dauert ca. 20 Minuten und kostet 15 € pro Quadratmeter! Eine Stadt wie zum Beispiel Berlin kann sich diese teure Reinigung nicht leisten. Das Geld, welches man für so ein Problem ausgeben muss, könnte man viel sinnvoller nutzen. Klar, in diesem Moment, wo es ein generell bestehendes Problem ist, ist es sinnvoll, auf  Dauer aber sehr abschreckend, wie viel Geld wir für so eine Kleinigkeit der Müllentsorgung ausgeben müssen. Immerhin muss Deutschland Reinigungskosten im Wert von 900 Millionen Euro im Jahr bezahlen. Ein Aufwand, der betrieben werden muss, da viele es nicht als selbstverständlich sehen, ihren Kaugummi in den Müll zu werfen. Dafür gibt es dann, sofern man erwischt wird, Geldstrafen von 20-50 €.  Erschreckend ist, dass es genug Mülleimer gibt, wo man  ganz leicht seinen Kaugummi entsorgen kann. Leider wird es von der Gesellschaft als selbstverständlich angesehen, seinen Kaugummi dämlich auf den Boden zu entsorgen. Besonders schlimm soll das Kaugummiproblem vor Kinos oder an Bushaltestellen sein, teilweise sei das Problem so arg groß, das eine Art Muster auf den Boden zu erkennen sei, ein Muster aus Kaugummis, was tatsächlich mit richtigem Boden verwechselt wird. Eine coole Lösung gegen das Problem, außer der Reinigung, hat Stuttgart. Die Stadt stellte sogenannte „Gum-Walls“ auf. Die Idee von den aufstellbaren Wänden mit einem Papier, auf welches man seinen Kaugummi kleben kann, kam Klaus Götz vor etwa 5 Jahren. Das Resultat dabei soll sein, das auf städtischem Boden 40-60 % weniger Kaugummi klebt. Laut Flughafen Stuttgart solle es auch einen Rückgang gegeben haben. Ob es denn wirklich 60 % waren ist nicht bekannt.

Meiner Meinung nach sollte man lieber zwei Mal überlegen was man so auf den Boden bringt. Ob es ein ausgespuckter Kaugummi ist oder

sonstiger Müll. Ein kleiner Gedanke an die Umwelt ist nie verkehrt.

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